Während du weg warst

War man einige Tage oder gar Stunden nicht bei Twitter unterwegs, wird man von seiner Timeline mit der etwas vorwurfsvollen Überschrift „Während du weg warst …“ begrüßt. Als wolle Twitter sagen „Du hast dir eine Auszeit genommen, aber alle anderen haben fleißig weiter gemacht.“ Das hat mir heute einen kleinen Stich versetzt, denn ja, ich war tatsächlich einige Zeit „weg“, war zugegeben wirklich schreibfaul und allgemein etwas überfordert. Zuerst hat mich ein grippaler Infekt (die kleine gemeine Schwester der richtig fiesen Grippe) lahm gelegt, danach habe ich innerhalb kurzer Zeit einige schöne Seifenblasen in meinem Leben zerplatzen sehen, im Job war auch viel los, ich hatte einen recht heftigen Fahrradunfall, an dessen Folgen ich immer noch zu knabbern habe und dann war/bin ich im Urlaub. Das hat mich von meinem Kurs, bei dem ich das regelmäßige Schreiben eigentlich fest im Blick hatte, abgebracht.

Eine Weile dachte ich sogar, ich würde es einfach ganz bleiben lassen. Schließlich habe ich auch so schon genug zu tun. Aber dann hat sich ein Gefühl eingeschlichen, zuerst langsam und leise, dann wurde es immer stärker, bis es endlich an die Innenseiten meines Schädels fest geklopft hat: „Das Schreiben fehlt dir! Hättest du dir die letzten Wochen dafür Zeit genommen, hätte dir das sicher gut getan! Also stell dich nicht so an und geh wieder an die Arbeit!“

Zu Befehl!

Tatsächlich habe ich bereits eine komplett fertig geschriebene Geschichte, die ich gleich nach „Exit Hähnchengrill“ beendet hatte, in der Schublade. Ein wenig muss sie noch poliert werden, dann stelle ich sie hier online.
Über die bislang durchweg positiven Kommentaren zu „Exit Hähnchengrill“ bin ich sehr glücklich! Nochmals vielen Dank an alle, die sich die Zeit genommen haben, hier im Blog oder auf Wattpad ein Kommentar zu hinterlassen! Auch das hat mich sehr motiviert, wieder weiter zu machen!

Finale – Exit Hähnchengrill Kapitel 7 + 8

Hier ist es nun – das Finale meiner ersten Kurzgeschichte (Kapitel 7 und Kapitel 8, auf dieser Seite findet ihr einen Überblick über die gesamte Geschichte)! Im letzten Kapitel erfahrt ihr, warum die Story diesen eigenartigen Titel trägt und wo es Marie schlussendlich hin verschlagen hat.
Ich hoffe, die Geschichte hat euch gefallen! Ich freue mich auf jeden Fall über einen Kommentar oder einen hilfreichen Hinweis von euch. Die Story ist schon eine Weile fertig gestellt und ich arbeite bereits an einem neuen Text. Im Rückblick hätte ich gerne einiges bei „Exit Hähnchengrill“ anders gemacht, aber dann hätte ich nie einen Schlussstrich darunter gezogen und die Geschichte beendet!

On our Love for everything British

telefonzelle

Ich bin sehr anglophil. Sherlock, Dr. Who, sämtliche BBC Dokus, Cadbury Shokolade, Guinness Bier, schottische Lochs, walisische Wälder, englische Wiesen, die Brontës, Jane Austen, Harry Potter, Keep calm and carry on – you name it, totally my cup of tea. Natürlich lese ich auch gerne Geschichten, die auf den Inseln spielen, um über mein Fernweh hinweg zu kommen.
Mir ist jedoch aufgefallen, dass viele junge bzw. neue deutsche Autoren ihren Geschichten und Protagonisten eine Heimat in UK geben oder/und englisch angehauchte Personennamen verwenden. Warum? Weil englische Ortsnamen einfach hübscher klingen als z.B. Bielefeld (dessen Existenz ich immer noch anzweifle)? Weil eine britische Stadt irgendwie cooler ist, als eine deutsche? Oder weil vieles Britische mittlerweile so präsent in unserer Kultur ist, dass wir wie selbstverständlich unsere Geschichten (mein Eindruck ist vor allem Fantasy) dort spielen lassen?

Spielen eure Geschichten auch im Heimatland der Queen? Haben eure Protagonisten durch die Bank weg englische Namen, auch wenn die Handlung in Deutschland spielt? Warum habt ihr euch dafür entschieden?
Oder warum denkt ihr, dass viele Autoren dies so entscheiden?
Oder täusche ich mich und ich habe einfach nur zufällig viele Geschichten gefunden, die diese Merkmale teilen?
Auf eure Kommentare zu diesem Thema bin ich sehr gespannt!

Plotten 2.0

Bislang habe ich das Plotten eher intuitiv gemacht und mich dabei auf meine Erfahrungen als Leser verlassen. Am vergangenen Wochenende habe ich mich durch den ersten Teil von Robert McKees „Story“ gearbeitet und gelernt, dass das eher suboptimal, um nicht zu sagen kompletter Mist ist. Eigentlich geschrieben für Drehbuchautoren ist das Buch im Prinzip für alle interessant, die wissen wollen, welche Mechanismen einer guten Geschichte zugrunde liegen. Und wieder wird mir klar: Schreiben ist wirklich harte Arbeit.

Nachdem ich meine erste Kurzgeschichte (weitere Kapitel werden bald hochgeladen) im intuitiv-Modus geschrieben habe, habe ich mich nun ans Plotten für die zweite gemacht und McKees Prinzipien angewendet. Wieder eimal begann alles mit einem leeren Notizheft.

plotten1

Um einen Anfang zu finden, habe ich das gemacht, wovon ich weiß, dass es meinen Kopf in die richtige „Schreiblaune“ bringt: Ich habe einfach alles aufgeschrieben, was mir zu der neuen Geschichte in den Sinn kam, mehr oder weniger in der Reihenfolge, wie es in der Story passieren sollte. Das war für mich bislang Plotten 1.0

plotten2

(Ja, ich schreibe gerade mit pinker Tinte. Meine Augen freuen sich einfach über die kräftige Farbe. Momentan finde ich nur sehr früh morgens die Zeit fürs Schreiben, daher bin ich für jeden Reiz, der mich belebt, dankbar!)
Dann habe ich McKee zur Hilfe genommen und das kreative Chaos geordnet. Ich habe mir Gedanken darüber gemacht, welche Szene welche Konflikte beinhaltet, wie sie gelöst werden, was den Protagonisten motiviert, was ihn verändert, wie eine Steigerung der Handlung logisch aufgebaut werden kann. Schweren Herzens habe ich einige Ideen verworfen, weil sie zwar nett waren, aber die Story nicht voran treiben konnten.

plotten3

Das Ergebnis war eine Unterteilung der Handlung in sechs Teile, für die ich anschließend die „Beats“, also die Handlungsschritte, geschrieben habe, an denen ich mich entlang hangeln möchte, wenn ich mich ans tatsächliche Schreiben mache.
Ich bin sehr gespannt, wie und ob dieses Vorgehen mir beim Schreiben hilft, ob die von mir vorgegebene Struktur hilfreich ist oder mich eher behindert, ob ich dadurch schneller voran komme oder mein Schneckentempo beibehalte. Erstmals werde ich den ersten Entwurf auch nicht handschriftlich machen, obwohl mir das bisher sehr geholfen hat. Hat mir die Verlangsamung durch das mit der Hand schreiben anfangs geholfen, habe ich nun das Gefühl, dass mich genau das blockiert. Da ich nun etwas Übung und Erfahrung im Umgang mit meinem eigenen Schreibprozess habe, tappe ich sicher nicht mehr in dieselben Fallen, wie anfangs.

Die neue Geschichte wird den Titel „Sie ist weg“ tragen. Sie handelt von einer Frau, die Angst hat, dass ihr Mann und seine Geliebte sie umbringen wollen. Aus diesem Grund plant sie, heimlich zu verschwinden. Ich hoffe, ich finde bald die Zeit, um mit dem Schreiben zu beginnen, die Story geht mir die ganze Zeit im Kopf herum und muss nun einfach „raus“ und aufs Papier gebracht werden!

Wie geht ihr beim Plotten vor? Intuitiv oder nach einem System? Warum?
Ich bin gespannt auf Einblicke in euren Prozess 🙂